
Doppelte Dividende der Digitalisierung: Effizienz und Resilienz
LISI AUTOMOTIVE – Exzellenz unter Druck
Die globale Automobilindustrie operiert in einem Umfeld von beispielloser Komplexität und Volatilität. Inmitten dieses herausfordernden Marktes agiert die LISI AUTOMOTIVE KKP GmbH & Co. KG mit Sitz in Mellrichstadt als hochspezialisierter und international anerkannter Partner der Automobilindustrie. Das Unternehmen ist ein integraler Bestandteil der globalen LISI-Gruppe, einem seit 1777 bestehenden internationalen Familienunternehmen, das sich auf die Entwicklung und Herstellung von Befestigungslösungen und mechanischen Sicherheitskomponenten spezialisiert hat. Das Werk in Mellrichstadt gilt als Exzellenzzentrum, das seine Produkte auf vier Kontinente exportiert und für seine hohe Fertigungsqualität bekannt ist.

Die Entscheidung von LISI AUTOMOTIVE, ein e-Kanban System einzuführen, war daher nicht primär ein Projekt zur Effizienzsteigerung. Vielmehr war es das strategische Ziel, die Lücke zwischen dem eigenen Qualitätsanspruch und den operativen Fähigkeiten zu schließen. Es ging darum, die Prozesssteuerung auf ein Niveau zu heben, das der Komplexität des Produkts und den gnadenlosen Anforderungen des Marktes gerecht wird. Die Digitalisierung war der logische und notwendige Schritt, um die eigenen operativen Prozesse mit dem strategischen Bekenntnis zu Exzellenz in Einklang zu bringen und die eigene Position als führender Zulieferer für die Zukunft zu festigen.
Ein etabliertes, aber starres System
Die Ausgangslage bei LISI AUTOMOTIVE war keineswegs die eines Neulings im Bereich der schlanken Produktion. Im Gegenteil, das Unternehmen verfügte bereits über eine hohe Prozessreife. Wie uns der LISI-Verantwortliche, der das Projekt seitens der Produktionsplanung maßgeblich begleitete, bestätigt.
„Es war bereits seit Längerem ein „klassisches, papierbasiertes Kanban-System“ im Einsatz. Dieses System hatte dem Unternehmen über Jahre hinweg gute Dienste geleistet und die grundlegenden Prinzipien eines Pull-Systems in der Fertigung verankert“, so der LISI-Projektleiter.
Diese Tatsache ist für die Bewertung des Projekts von entscheidender Bedeutung. Die Einführung des IKS e-Kanban Systems war keine Revolution für einen Anfänger, sondern eine gezielte Evolution für einen fortgeschrittenen Anwender. LISI AUTOMOTIVE stieß nicht an die Grenzen des Kanban-Prinzips an sich, sondern an die physikalischen und prozess-technischen Limits der manuellen Umsetzung.
„Diese Erkenntnis macht die Fallstudie besonders wertvoll für andere reife Unternehmen, die möglicherweise vor einer ähnlichen Herausforderung stehen: das Gefühl, aus ihrem bestehenden, guten System „herausgewachsen“ zu sein“,
verdeutlicht uns der LISI-Projektleiter bildlich die damalige Situation.
Wenn ein gutes Werkzeug nicht mehr gut genug ist
Paradoxerweise war das manuelle Kanban-System – ein klassisches Werkzeug zur Eliminierung von Verschwendung („Muda“) – selbst zu einer Quelle von Verschwendung geworden. Die sieben Arten der Verschwendung, wie sie im Toyota-Produktionssystem definiert sind, manifestierten sich im alten System von LISI AUTOMOTIVE KKP auf vielfältige Weise: Die Fehleranfälligkeit führte zu Defekten in der Informationskette. Die Verzögerungen bei der Signalübermittlung erzeugten Wartezeiten. Der hohe administrative Aufwand entsprach einer unnötigen Bearbeitung (Over-Processing).
Darüber hinaus behinderte die Starrheit des Systems das übergeordnete Lean-Prinzip des „Kaizen“ – der kontinuierlichen Verbesserung. Ohne verlässliche Daten für Auswertungen gab es keine solide Grundlage, um Verbesserungspotenziale systematisch zu identifizieren und umzusetzen. Das Werkzeug, das einst die Effizienz steigerte, war zu einem Hemmschuh für den weiteren Fortschritt geworden. Die Entscheidung, sich nach einem e-Kanban System umzusehen, war somit
ein klassischer Kaizen-Moment: das Erkennen einer Grenze im bestehenden Prozess und die Suche nach einer überlegenen Methode, um die Unternehmensziele effektiver zu erreichen.
Auf der Suche nach einem passenden E-Kanban System fiel die Wahl auf IKS (Integrated Kanban System) von manufactus. Die Gründe für diese Entscheidung waren vielfältig.
„Die Entscheidung fiel auf IKS wegen der klaren Struktur, der Flexibilität des Systems und der guten Referenzen. Auch die persönliche Beratung war überzeugend“, so der LISI-Projektleiter.
Nachdem die Entscheidung getroffen war, verlief die Einführung bemerkenswert schnell. Das gesamte System wurde inklusive der Anwenderschulungen und der technischen Anbindung innerhalb weniger Wochen erfolgreich implementiert und in den LiveBetrieb überführt.

Datenqualität und Teamarbeit
Auf die Frage, was bei einer solchen Einführung besonders wichtig sei, hat der LISI-Projektleiter eine klare Antwort:
„Wichtig ist, alle betroffenen Bereiche frühzeitig einzubeziehen – vom Einkauf über die Produktion bis zur IT.“
Ein besonders kritischer Punkt im Projektverlauf war die Sicherstellung der Datenqualität. Um hier von Anfang an eine saubere Basis zu schaffen, wurde ein zentrales Projektteam gebildet. Dieses Team war dafür verantwortlich, Artikelstammdaten, Bestände und die Definition der Regelkreise gezielt zu bereinigen und abzustimmen, was sich als entscheidend für den reibungslosen Start erwies.
Effizienz, Flexibilität und ein klarer Wettbewerbsvorteil
Nach der erfolgreichen Implementierung wurde die IKS e-Kanban Software schnell zum zentralen Nervensystem der Materialflussteuerung bei LISI AUTOMOTIVE KKP. Die Anwendungsbereiche sind breit gefächert und demonstrieren die Flexibilität der Plattform.
| Implementiertes System | manufactus IKS e-Kanban |
| Einsatzbereiche | Interne Logistik, Produktionsversorgung, Lieferantenintegration |
| Aktive Regelkreise | ca. 968 |
| Aktive Kanban-Karten | ca. 39.520 |
| Implementierungsdauer | Wenige Wochen |
Speziell auch die elegante Verbindung zwischen IKS und dem bestehenden ERP System MOVEX bietet viele Vorteile. Hierbei werden auf Basis des IKS-Kanban-Triggers Fertigungsaufträge automatisch erzeugt. Nach Fertigung der Teile und Rückmeldung des Auftrages über das MES- und ERP-System, werden die Kanbans in IKS automatisch über die Schnittstelle auf VOLL gesetzt. Somit muss nicht mehr jeder einzelne Kanban-Behälter durch einen Mitarbeiter von Hand gescannt werden.
Messbare Ergebnisse und tägliche Vorteile
Neben den qualitativen Verbesserungen liefert das Projekt auch harte, messbare Ergebnisse, die den wirtschaftlichen Erfolg der Investition untermauern. Der LISI-Projektleiter stellt einige zentrale Kennzahlen zur Verfügung, die den direkten Einfluss von IKS auf Effizienz und Agilität belegen:
- Bestandsreduzierung um 15 %
- Verkürzung der Reaktionszeit bei Materialabrufen um 30 %
- Signifikante Erhöhung der Prozesstransparenz als Basis für Kaizen
- Signifikante Reduzierung der manuellen Buchungsaufwände
Neben diesen Kennzahlen hebt LISI die qualitativen Verbesserungen hervor:
„Die Transparenz über Bestände und Materialflüsse ist deutlich gestiegen. Der Aufwand für manuelle Buchungen ist stark gesunken, Nachschübe erfolgen schneller und zuverlässiger.“
Auch die Kommunikation mit den angebundenen Lieferanten gestaltet sich nun wesentlich klarer und nachvollziehbarer. Der LISI-Projektleiter fasst die Transformation treffend zusammen:
„Mit IKS haben wir unser Kanban-System auf ein neues Niveau gehoben – transparent, zuverlässig und zukunftssicher.“
Das Unternehmen plant bereits die nächsten Erweiterungen. Dabei ist geplant, perspektivisch auch mobile Endgeräte wie Tablets oder eLabels stärker in die Prozesse zu integrieren, um die Flexibilität und Effizienz weiter zu steigern. Abschließend hebt LISI einen weiteren wichtigen Aspekt der Zusammenarbeit hervor:
„Besonders überzeugt hat uns die Flexibilität sowie der kompetente und persönliche Support des manufactus Teams.“






